Visa sperrt Hunderttausende von Prepaid-Karten mit Kryptowährungen

Inhaber von mit Bitcoin und Co. aufladbaren Visa-Karten erlebten zum Jahresbeginn eine böse Überraschung. Der Kartenanbieter stellte die Kooperation mit der Emittenten-Bank ein und deaktivierte die entsprechenden Prepaid-Karten.

Karteninhaber stehen vor Problemen

© Thaut Images – fotolia.com

Nutzer, die ihre Karten mit Kryptowährungen geladen haben, stehen völlig überrascht vor dem nichts. Bei einigen klappen die Reservierungen von Hotelzimmern nicht mehr, andere befinden sich ohne jegliche Liquidität im Ausland. Zahlreiche Kartenbesitzer sind darauf angewiesen, dass ihre Prepaid-Karten einwandfrei funktionieren, und üben derzeit Druck auf die kooperierenden Firmen aus.

Betroffen sind zahlreiche Unternehmen wie beispielsweise Bitwala, TenX, Xapo und AdvCash. Ausgeber der mit Kryptowährung ladbaren Visa Karten war die Bank WaveCrest. Das Institut wurde, so die Anbieter, vom Zahlungsdienstleister Visa dazu aufgefordert, keine Prepaid-Karten für Bitcoin und Co. mehr auszugeben und im Umlauf befindliche Karten zu deaktivieren.

Vermutlich keine Aktion gegen Kryptowährungen

Die genannten Anbieter sehen in der massenhaften Sperrung von Bitcoin-Karten keinen geplanten Schlag des Dienstleisters Visa gegen Kryptowährungen, sondern einen Totalschaden, welcher die gesamte Branche vor eine enorme Herausforderung stellt. Ein konkreter Anlass für das Vorgehen wurde zunächst jedoch nicht benannt.

Einige Tage nach der Deaktivierung gab Visa bekannt, dass der Lizenzvertrag mit der WaveCrest Bank beendet wurde. Als Grund nannte der Zahlungsdienstleister die kontinuierliche Nicht-Einhaltung bestehender Visa-Regeln.

Die Fans von Kryptowährungen können demnach aufatmen, denn die Aktion zielte nicht auf Bitcoin und andere, sondern auf eine einzelne Ausgabebank ab. Gleichwohl leiden unter dem Vorgehen jetzt Hunderttausende Karteninhaber in aller Welt.

Wie geht es weiter?

Nachdem die Bank WestCrest keinen Lizenzvertrag mehr besitzt, wurde fieberhaft eine neue Partnerbank gesucht und vermutlich mit Wirecard gefunden. Als alleiniger Kartenausgeber ist jedoch das Unternehmen TenX im Gespräch. Ungeachtet dessen, wer zukünftig die Bank WestCrest ersetzen wird, soll den Geschädigten innerhalb des laufenden Quartals mit neuen Kreditkarten geholfen werden. Als Betroffener können Kunden innerhalb der nächsten Wochen auf eine neue Prepaid-Karte für Kryptowährungen hoffen.