Haftungsgrenze für EC- und Kreditkartenmissbrauch sinkt

Auch hierzulande wird Plastikgeld immer beliebter. Das betrifft nicht nur unsere heißgeliebte EC-Karten, sondern auch die Verbreitung von Kreditkarten. Allerdings lockt das wiederum Langfinger und Cyberkriminelle an. Wer schon einmal Opfer eines EC- oder Kreditkartenmissbrauchs geworden ist, der weiß, wie schnell ein Schaden von mehreren tausend Euro entstehen kann. Die gute Nachricht für Verbraucher: Ab dem 13. Januar sinkt die persönliche Haftungsgrenze.

Senkung der Haftungshöchstgrenze ist kein Freifahrtsschein

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Wer Opfer eines Missbrauchs seiner EC- oder Kreditkarte wurde, haftete in diesem Jahr noch mit 150 Euro. Ab dem 13. Januar sinkt die maximale Haftungsobergrenze für Verbraucher für die missbräuchliche Verwendung der Kreditkarte oder der PIN-Nummer durch Dritte auf maximal 50 Euro. Ein Grund zum sorglosen Umgang mit der Kreditkarte ist das aber bei weitem nicht, denn auch diese Regelung hat Grenzen. Geschieht der Missbrauch nämlich grob fahrlässig oder sogar mit vollem Wissen in der Absicht eines Betrugs, ist die Haftungsgrenze natürlich hinfällig. Ein Missbrauchsschaden, der auf grobe Fahrlässigkeit zurückzuführen ist, ist zum Beispiel die gemeinsame Aufbewahrung von Kreditkarte und PIN-Nummer. Allerdings muss die ausgebende Bank in einem solchen Fall beweisen, dass der Verbraucher fahrlässig gehandelt hat.

So können Verbraucher sich aktiv schützen

Auch wenn die Haftungsgrenze sinkt, sollten Verbraucher nicht damit aufhören, sich aktiv gegen den Missbrauch der eigenen Kreditkarte im realen Leben und dem Internet zu schützen. Mit Hilfe der folgenden Tipps lässt sich das Risiko auf einfache Weise nämlich deutlich reduzieren.

  • PIN und Kreditkarten gehören nicht an denselben Aufbewahrungsort.
  • Der Sperrnotruf 116 116 sollte im Smartphone eingespeichert sein.
  • Nach dem Erhalt der Kreditkarte ist diese umgehend zu unterschreiben.
  • Bei der Datenübertragung sollte auf eine SSL-Verschlüsselung geachtet werden.
  • Sichere Online-Shops lassen sich z.B. am »Trusted-Shop«-Logo oder einem TÜV-Siegel erkennen.
  • Sowohl auf dem Computer als auch auf dem Smartphone sollte ein Virenscanner aktiv sein.
  • Vorsicht vor Phishing-Mails. Banken und Online-Shops fragen niemals in E-Mails nach Zugangsdaten.
  • Die regelmäßige Kontrolle der Kreditkartenabrechnung hilft, Betrugsfälle schnell zu erkennen.