Die Londoner Block Exchange gibt eine Debitkarte für Kryptowährungen heraus

Nach einem kurzen Rücksetzer erklomm die Kryptowährung Bitcoin einen neuen Höchststand. Trotz aller Wertzuwächse ist die Börsenwelt aber immer noch geteilt: Neben klaren Verfechtern von Bitcoin & Co. gibt es immer wieder mahnende Stimmen, dass beispielsweise Bitcoin keine richtige, von Regierungen oder Ländern garantierte Währung wäre.

In diese Diskussion kommt ab Dezember 2017 Bewegung: Das Finanz Startup London Block Exchange gibt eine Debitkarte aus, die erstmals den flächendeckenden Einsatz bzw. das Ausgeben von Bitcoins bei sehr vielen Akzeptanzstellen ermöglichen soll. Die „LBX Debitkarte“ wird im Standard einer VISA Prepaid Karte ausgegeben und soll damit lt. Angaben des Herausgebers den jederzeitigen Einsatz von Kryptowährungen ermöglichen. Dies wäre der erste, bedeutende Schritt dafür, dass Kryptowährungen bzw. darauf aufbauende Zahlungsmittel auch tatsächlich im Alltag des Einkaufens ankommen.

Großer Ansturm auf Kartenangebote

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Das Unternehmen sitzt im Bankenviertel Londons, in Canary Wharf. Da das Angebot brandneu ist, gibt es leider noch keine Details zu Währungsumrechnungsgebühren von Euro und Pfund zu Bitcoin (und evtl. weiteren Kryptowährungen). Bei einem kurzen Test der Benutzerfreundlichkeit der Kartenbeantragung landete unsere Redaktion leider in einer Warteschleife und könnte die Karte wohl erst in einiger Zeit beantragen. Ein vierstelliger Wartelistenplatz zeigt uns, dass sich das Kartenangebot gerade erst im Aufbau befindet.

Für unsere Leserinnen und Leser bedeutet dies: Diese Innovation lädt in einem ersten Schritt zum Beobachten ein. Beim geplanten Start im Dezember dürfte es noch in diesem Jahr einige Erfahrungsberichte von Kunden geben.

Bis dahin gilt: Das Investment in Kryptowährungen baut neben einer erwarteten steigenden Nachfrage u.a. auch auf einer Wachstumsfantasie auf. Die Schwankungen sind auch deshalb so stark, weil Vertrauen das wichtigste Kapital dieser Währungen ist und die absolute Währungsmenge beispielsweise bei Bitcoins begrenzt ist. Anders als bei staatlichen Währungen gibt es aber nicht den einen Bürgen (=Staatshaushalt). Kryptowährungen sind darüber hinaus kein gesetzliches Zahlungsmittel, so dass die Unternehmen in der Annahme frei sind und deshalb auch immer das Akzeptanzrisiko bleibt.