Kreditkartenabrechnung: Übersicht der Abrechnungsarten

Die Kreditkarte hat in den letzten Jahren und Jahrzehnten einen unvergleichbaren Siegeszug erfahren. Aus unserem modernen Alltag – insbesondere zum Bezahlen im Internet, auf Reisen etc. – ist sie heute nicht mehr wegzudenken. Mit der Zeit stieg auch die Anzahl der unterschiedlichen Kartenmodelle, die sich insbesondere hinsichtlich der jeweiligen Kreditkartenabrechnungsarten voneinander unterscheiden. Hier die wichtigsten Vor- und Nachteile der einzelnen Arten der Kreditkartenabrechnung kurz im Überblick. Darunter finden Sie detaillierte Informationen.

Übersicht: Arten der Kreditkartenabrechnung

Abrechnungsart Kurzbeschreibung
Chargekarte Monatliche Abrechnung aller Umsätze. Der Saldo muss zum nächsten Monat nicht unmittelbar ausgeglichen werden und kann gegen Zinszahlung verschoben werden. Mehr ->
Debitkarte Die Debitkarte ist keine Kreditkarte im klassischen Sinne. Bei einer Zahlung wird das zugrunde liegende Girokonto unmittelbar belastet. Mehr ->
Daily-Chargekarte Die Daily-Chargekarte kann mit Guthaben aufgeladen werden, es gibt aber auch einen Kreditrahmen. Dieser muss jedoch unmittelbar nach der Monatsabrechnung beglichen werden. Mehr ->
Prepaid-Kreditkarte Die Prepaid-Kreditkarte muss mit Guthaben aufgeladen werden – eine Überziehung ist nicht möglich. Mehr ->
Virtuelle Kreditkarte Die virtuelle Kreditkarte ist günstig oder kostenlos und optimal für Online-Geschäfte geeignet. Mehr ->

Chargekarte

Bei der Chargekarte handelt es sich um das klassische Kreditkartenmodell. Hierbei erhält der Kunde einmal im Monat eine Abrechnung mit den getätigten Kreditkartenumsätzen. Der auf der Abrechnung ausgewiesene Rechnungsbetrag wird dann durch Abbuchung von einem Girokonto oder mittels Zahlung per Überweisung beglichen.

Vorteile: Die Chargekarte ist sehr bequem. Der Nutzer erhält einen finanziellen Verfügungsrahmen und kann diesen ganz nach Belieben nutzen. Dabei kann die Rückführung der Kartenumsätze schrittweise geschehen, meist muss monatlich nur ein gewisser Mindestbetrag auf das Kreditkartenkonto eingezahlt werden. Die Chargekarte eignet sich damit für sämtliche Einsatzzwecke, auch zum Buchen von Mietwagen bzw. zum Hinterlegen sonstiger Kautionsbeträge.

Nachteile: Der finanzielle Verfügungsrahmen, welcher mit der Chargekarte verbunden ist, gleicht dem eines Dispositionskredites, der in Verbindung mit einem Girokonto bei entsprechender Bonität gewährt wird. Wer die Rückführung der Kartenumsätze schrittweise vornimmt und monatlich nur einen Mindestbetrag auf das Kartenkonto einzahlt, muss mit teilweise sehr hohen Zinskosten rechnen. Außerdem verleitet die Chargekarte zu Spontankäufen und lässt viele Menschen den Überblick über ihre persönlichen finanziellen Verhältnisse verlieren.

Debitkarte

Die Debitkarte kennt in Deutschland nahezu jeder, der ein Girokonto besitzt. Im Gegensatz zur klassischen Kreditkarte erfolgt die Abrechnung der getätigten Umsätze hierbei direkt nach der Belastung.

Vorteile: Auch mit einer Debitkarte genießen die meisten Menschen einen finanziellen Verfügungsrahmen, den sie ganz nach den persönlichen Wünschen ausschöpfen können. Da bei dieser die Belastungen sofort gebucht werden, ergibt sich ein besserer Überblick über die persönlichen Finanzen. Ein weiterer Vorteil ist, dass die missbräuchliche Nutzung einer Debitkarte in der Regel sofort auffällt. Auch die Zinskosten sind meist geringer als bei der Chargekarte.

Nachteile: Ebenso wie bei der Chargekarte gilt: Der finanzielle Verfügungsrahmen der Debitkarte verleitet zu vorschnellen Käufen. Zudem liegen die Zinsen für Überziehungskredite fast immer deutlich höher als beispielsweise für herkömmliche Ratenkredit. Darüber hinaus eignet sich die Debitkarte nicht, um beispielsweise einen Mietwagen zu buchen. Auch im Ausland ist sie nicht überall einsetzbar.

Daily-Chargekarte

Unter der Bezeichnung Daily-Chargekarte versteht man eine Kombination der herkömmlichen Kreditkarte – also einer Chargekarte – und der als EC-Karte bekannten Debitkarte. Man könnte auch sagen: Es ist eine Mischung aus Prepaid- und herkömmlicher Kreditkarte. Somit kann die Karte einerseits mit einem Guthaben aufgeladen werden, verfügt andererseits aber auch einen finanziellen Verfügungsrahmen, der auf Wunsch in Anspruch genommen werden kann.

Vorteile: Mit der Daily-Chargekarte sind Sie besonders flexibel. Durch das Aufladen mit einem Guthaben sparen Sie Zinskosten, genießen aber trotzdem ein finanzielles Polster in Form des Verfügungsrahmens. Des Weiteren kann die Daily-Chargekarte fast überall dort eingesetzt werden, wo auch herkömmliche Kreditkarten akzeptiert werden.

Nachteile: Auch hier verleitet der finanzielle Verfügungsrahmen dazu, die Karte gar nicht erst mit einem Guthaben aufzuladen, sondern direkt den Verfügungsrahmen zu nutzen. Der Nutzer sollte also stets ein wachsames Auge auf seine persönlichen Finanzen haben und die Möglichkeiten der Karte nicht überstrapazieren, andernfalls drohen hohe Zinskosten. Zudem ist die Daily-Chargekarte wegen des hohen Verwaltungsaufwands für den Kartenausgeber oft mit einer erhöhten Grundgebühr verbunden.

Prepaid Kreditkarte

Die Prepaid Kreditkarte muss zunächst mit einem Guthaben aufgeladen werden, bevor der Nutzer sie zum Zahlen einsetzen kann. Sie verfügt also nicht über einen finanziellen Verfügungsrahmen und räumt dem Besitzer keinen Kredit ein.

Hier geht’s zum Vergleich der Prepaid Kreditkarte.

Vorteile: Da Sie mit einer Prepaid Kreditkarte nur das Geld ausgeben können, was Sie auch besitzen, können Sie damit auch keine Schulden machen. Somit verleitet die Karte nicht zu Spontankäufen und ermöglicht einen besseren Überblick über die persönlichen Finanzen. Ein weiterer Vorteil ist, dass Sie eine Prepaid Kreditkarte auch dann erhalten, wenn es um Ihre Bonität nicht gerade gut bestellt ist.

Nachteile: Die Nachteile liegen auf der Hand: Die Prepaid Kreditkarte kann nur dann genutzt werden, wenn sich auf ihr ein Guthaben befindet. Sie müssen also immer Geld auf die Karte transferieren, bevor sich mit dieser etwas anfangen lässt. Zudem ist die Karte nicht überall einsetzbar, insbesondere im Ausland und dort, wo Kautionen hinterlegt werden müssen (zum Beispiel bei Mietwagen).

Virtuelle Kreditkarte

Die virtuelle Kreditkarte ist noch relativ neu. Mit ihr erhält der Nutzer keine Plastikkarte, sondern lediglich die für Zahlungen notwenigen Daten wie Kreditkartennummer, Prüfziffer und Ablaufdatum. Dieses Modell ist insbesondere für Zahlungen über das Internet oder per Telefon gedacht.

Hier geht’s zum Vergleich der virtuellen Kreditkarten.

Vorteile: Da für den Kartenanbieter der Verwaltungsaufwand bei einer virtuellen Kreditkarte sehr gering bleibt, ist diese in der Regel nicht mit festen Kosten wie Grundgebühren etc. verbunden. Es handelt sich hierbei also um eine besonders günstige Kreditkarte, die insbesondere für Menschen gedacht ist, die eine solche nur für bestimmte Zwecke benötigen. Zudem kann eine virtuelle Kreditkarte nicht gestohlen werden.

Nachteile: Da die virtuelle Kreditkarte nicht in physischer Form – also als Plastikkarte – existiert, kann sie auch nicht zum Zahlen in Geschäften, Hotels, Restaurants etc. eingesetzt werden. Sie eignet sich also ausschließlich zum Bezahlen per Telefon oder über das Internet. Zudem handelt es sich hierbei fast immer um ein Prepaid Kreditkartenmodell.